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Deshalb lud er seine Freunde ein, und fuhr mit dem geliehenen Porsche Cabrio seines Vaters, voll besetzt mit Maobibelschwenkern und Demonstranten hinter sich, die Strassen auf und ab.Das hat seinem Ruf damals schwer geschadet und alle haben es seinem Vater hineingedrückt. auch der alte B., und seine Firma stellt hier die Zelte für das 501. Demonstrieren war gefahrlos: Der Osten würde schon nicht kommen und einem den Porsche nehmen, und die unterdrückten Völker sollten zwar vom Joch des Kapitalismus befreit werden, dann aber Afrika und Asien als Leuchttürme des neues, sozialistischen Menschen entwickeln, zu denen der dekadente Mensch des Westens aufschaut. eine wichtige Rolle bei den regionalen freien Wählern – das sind die, die Flüchtlinge vor das Kanzleramt fahren. Die breite Mehrheit wollte aber keine Revolution, sondern einfach modernes, demokratisches und gleichberechtigtes Leben im Wohlstand, dazu ein Haus, einen Garten, zwei Kinder, und zwei Autos, vier Wochen Urlaub in Italien, ohne Krieg und Napalm und Nachrüstung. Man wollte die uniformierte Gesellschaft auflösen Wenn man heute in Lycra und Kopftuch im Biergarten sitzt und auf den Sprizz wartet, ist das Veränderung, die gefällt, in einem Klosterbrauereikontext, der gern so bleiben kann.Aber die 68er, die mit Kopftuch und restauriertem Porsche Cabrio hier sitzen, sind mittlerweile so etabliert, dass sie gefahrlos die Sehnsuchtsorte ihrer Väter wieder für sich entdecken können.Niemand macht hier ein Streikplenum, niemand wirft Steine ins Idyll, und nachher sind sie alle am See und lassen sich auf dem Boot zwischen den Villen der echten, alten, lange toten Nazis über das Wasser fahren. Es gibt keine Traditionslinie von der damaligen Ablehnung der Religion hin zum Verständnis für wahhabitischen und schiitischen Islam, die genau jene Repression leben, die damals gesprengt wurden.Was man aber 1968 ganz sicher nicht wollte, sind Leute, die mit gebrochenem Deutsch der Polizei erzählen, wo sie einen tödlich verletzten Rentner findet.Man ging nicht auf die Strasse für die Zuwanderung eines Messerstechers, und auch nicht für einen psychisch labilen Migranten aus Afghanistan, der versucht, sich im Amri-Stil Autos anzueignen und dabei Menschen verletzt.

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Die meisten waren aber vermutlich eher wie der junge B.. ist inzwischen auch ein steinalter Mann, aber damals war er noch kommender Erbe eines Sattlergeschäfts, Student und der Meinung, man müsste in unserer sehr kleinen, sehr dummen Heimatstadt an der Donau auch einmal die Strukturen aufbrechen.Aber auch, wenn es noch genau so erscheint und die alten Schiffe vor der immer gleichen Bergwelt über das klare, blaune Wasser gleiten: Es ist nicht mehr 1967.Mag das Holz an Deck noch sauber geschrubbt sein, so hat sich doch viel verändert, und wo es früher obligatorisch war, einen Hut zu tragen, sieht man heute mehr und mehr Kopftücher.Das war ein schleichender Prozess, aber wenn man heute in einen Biergarten geht, sieht man das oft. Und am Montag war es hier brechend voll mit Rentnern, allesamt bestens gelaunt, gesund und spendierfreudig.Kaum wird das Wetter schön, kommen hier Fremde und tragen Kopftücher, wie es der Prophet befahl. Man sollte denken, dass es nach 1967 auch 1968 gab und überall die Menschen begriffen haben, wie sinnlos es ist, Propheten nachzueifern. Alte, weisse Männer mit Kopftüchern, die dem Radsportidol Marco Pantani nacheifern. Die einen friedhofsblond, die anderen mit Kopftüchern, alle ziemlich fit, und Krücken trug nur ein junger Vater, dem sein Gebrechen vermutlich den Fluch der Arbeit ersparte, der in jenen sonnigen Stunden die meisten unserer Altersgenossen traf.

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